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Wissenschaftliche Sitzungen der Gesellschaft Berlin, den 8. Januar 1941. Der Beitrag geophysikalischer Messungen zur Klärung geologischer Fragen in Niederdonau.

Siemens, G.

Kurzfassung

Nach einem Überblick über den Stand der geophysikalischen Vermessung wird der Bau der Teilgebiete vornehmlich an Hand des Schwerebildes erläutert. Das inneralpine Wiener Becken wird als Bruchschollenland behandelt, für das unter der Voraussetzung nicht zu starker Raumgewichtsdifferenzen innerhalb der Untergrundgesteine eine tektonische Gliederung auf Grund der Schwereanomalien gegeben werden kann. Für die Flyschzone werden Schlüsse aus den gravimetrischen Verhältnissen abgeleitet und die Westflanke des außeralpinen Beckens läßt sich in einer bisher nicht bekannten Lage und Form feststellen. Die Böhmische Masse bietet der Deutung des Schwerebildes durch die Einlagerung schwererer Gesteine und ihren im einzelnen nicht isostatisch kompensierten Zustand erhebliche Schwierigkeit. Das orogenetische Schweretief der Alpen hebt sich nach NO an Querstörungen, denen größere tektonische Bedeutung zukommen dürfte, heraus.