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Das niederrheinische Mitteloligozän und seine Stellung innerhalb des nordeuropäischen Mitteloligozäns

Wölk, Ernst

Kurzfassung

Mitteloligozäne Ablagerungen sind in der Niederrheinischen Bucht weit verbreitet. Tagesaufschlüsse sind nicht sehr häufig. Immerhin genügen sie doch, um die Kenntnisse dieser Schichtfolge nicht nur auf Bohrergebnisse zu gründen. Das niederrheinische Mitteloligozän ist im Hinblick auf seine Entstehung marinen und kontinentalen Ursprungs. Die marine Natur ergibt sich eindeutig aus der Fauna und der Gesteinsausbildung (Glaukonit!). Unter kontinentalem Mitteloligozän wollen wir hier die fluviatilen (Vallendarschichten) und die limnischen (Tone, Braunkohlen) Ablagerungen des Festlandes zusammenfassen. 1. Das marine Mitteloligozän. DECHEN (1884, S. 20) betonte die Ähnlichkeit gewisser Ablagerungen von Ratingen. Großenbaum und Lintorf ,mit dem Rupelthon, dem obersten Gliede des Mitteloligozäns". Doch mußten sie ihm ,bei dem Mangel an charakteristischen Versteinerungen ihrer Stellung nach zweifelhaft bleiben" LEPSIUS (I. 1887-92, S. 197) drückt sich schon etwas bestimmter aus: ,Obwohl außer den Dentalien noch keine Fossilien in dem Ratinger Thon gefunden wurden, ist es doch nicht unwahrscheinlich, daß derselbe dem mittelohgozänen Septarienthon angehört. ... es würde dieses Vorkommen bei Dusseldorf ein wichtiges Bindeglied zwischen den norddeutschen und belgischen Gebieten des Septarienthons bilden." BEYRICH (1856, S. 18) hatte dieses Bindeglied zwischen den Vorkommen am Deister und von Belgien vermißt. Das Alter der zweifelhaften Bildungen konnte bald auch durch Fossilien weiter belegt und noch weitere Vorkommen mit Septarientonen (nördlich Duisburg) aufgefunden werden (vgl. HOSIUS 1887, 1889).