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Paleozän oder Paläozän?

Dietrich, W. O.

Kurzfassung

Die Frage taucht, seit SCHIMPER 1874 die ,Periode paléocène" aufstellte, von Zeit zu Zeit auf (RUTSCH 1939). Da sie ein grelles Licht wirft auf den verworrenen Zustand der Schreibung fremdsprachlicher Fachausdrücke in unserem geologischen Schrifttum, sei es gestattet, im Anschluß an HUMMEL'S Aufsatz in unserer Zeitschrift (1940) darüber zu reden. Denn es ist doch so, daß jeder, der schreibt, unter dieser Unsicherheit leidet. Und wer viel schreibt oder lehrt, ist gezwungen, sich seine eigene Rechtschreibung zu machen, ein auf die Dauer unmöglicher Zustand, zumal, wenn der Setzer sich noch einmischt; man liest dann außer den obigen Schreibungen noch Paleocän, Paläocän, Paleocaen usw. (Wenigstens auf den Fahnen begegnet einem auch Acoicum [Azoikum] und dergleichen mehr.) Beispiele mit 10 und mehr Schreibarten beizubringen ist leicht; man denke nur an viele stratigraphische Bezeichnungen. Dieser Zustand kostet aber Zeit und Geld, abgesehen davon, daß er die kleinliche Streitsucht (die Tacitus uns schon nachsagt) fördert. Wir sind darin gegen das angelsächsische und romanische Schrifttum im Nachteil.