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Wissenschaftliche Sitzungen der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft Wien, den 31. Januar 1941. Ergebnisse der nordalpinen Flyschforschung.

Kraus, E.

Kurzfassung

Aus der großen Regelmäßigkeit von Schichtfolge, Fazies, Bau und Baugeschichte in den drei ultrahelvetischen Flyschtrögen, welche gut zwischen die helvetische Kreide im Norden und die kalkalpinen Decken im Süden passen, wird auf eine großzügige, im Generalstreichen aushaltende Entwicklung zwischen Rhein und Salzach geschlossen. Dies und weitere gleichbleibende Einzelheiten zwingen zugleich zur Annahme einer ursprünglichen Ablagerungsbreite der Tröge und der ,vindelizischen" Schwellen zwischen ihnen von 150-175 km. Bis Kreide-Ende schrumpfte diese zusammen bis auf rund 2/3; bis Tertiär-Ende verminderte sie sich bis auf 20-5 km, an der Chiemsee-Lücke bis auf 0. Die dringende Frage nach dem ,wohin?" wird durch die Annahme des Ausweichens nach der Tiefe und in entferntere Gebiete der Erdrinde beantwortet. Bis 50 km Tiefe ist mit 1-2 Millionen km3 Abströmungsverlust allein zwischen Rhein und Salzach zu rechnen, also mit planetarer Einengung.