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Wissenschaftliche Sitzungen der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft Wien, den 14. März 1941. Schweremineralanalysen im Dienste der Stratigraphie.

Richter, W.

Kurzfassung

Die Mineralanalyse der sandigen Sedimente hat sich als Hilfsmittel der palaeogeographischen Forschung auch in Deutschland in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund geschoben. Darüber hinaus ist diese Arbeitsmethode aber auch als Hilfsmittel der Stratigraphie zu verwenden, wenn auch nur unter beschränkten Voraussetzungen. Wenn Makro- und Mikrofossilien fehlen, bietet der petrographische Vergleich bzw. die Mineralführung der fraglichen Schichten die einzige Möglichkeit, diese miteinander zu parallelisieren. Auf Grund theoretischer Erwägungen und praktischer Erfahrungen ist eine mineralanalytische Stratigraphie je nach den palaeogeographischen Umständen nur innerhalb eines kleineren oder größeren Raumes möglich und erlaubt. Die Umgrenzungen dieser Räume müssen entweder durch mineralanalytische Profiluntersuchungen abgetastet werden oder, wenn dies nicht möglich sein sollte, in erster Annäherung durch Überlegungen paläogeographischer Art festgestellt werden, d. h. es müssen für die fraglichen Schichten die Grenzen der mineralogischen Provinzen (im Sinne von EDELMAN) aufgesucht werden. Im allgemeinen kann man sagen, daß die Räume, innerhalb deren Bereich ein auf die Mineralführung basierender stratigraphischer Vergleich möglich ist, um so kleiner sind, je näher die zu parallelisierenden Schichten ihrem Liefergebiet liegen.