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Wissenschaftliche Sitzungen der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft Wien, den 14. März 1941. Stratigraphische Bedeutung der Mikrofaunen.

Grill, R.

Kurzfassung

... Nach allgemeinen Angaben über Mikrofaunen und einer kurzen Beschreibung des technischen Vorganges bei der Gewinnung derselben beschäftigt sich der Hauptteil des Vortrages mit den bisherigen mikropalaeontologischen Ergebnissen im Wiener Becken und den benachbarten Molasseanteilen. Nach einigen Bemerkungen über das Pannon wird eine regionale Gliederung des Sarmats gegeben. Es lassen sich vier Horizonte unterscheiden, in Zistersdorf wird eine Verbindung mit der lokalen Schlumbergergliederung durchgeführt. Das Torton des Wiener Beckens wird in 5 Zonen geteilt. An Hand von Beispielen wird die Bedeutung von Differenzialbewegungen im Wiener Becken dargelegt. Sodann geht der Vortrag nach Bemerkungen über die Grunder Schichten auf die Schliergliederung in Oberdonau ein. Die Untersuchungen weiter östlich insbesondere auf Blatt Ybbs ergaben, daß hier Robulus-Schlier nicht mehr entwickelt ist, sondern nur mehr tieferer Miozänschlier, der nach Feldbeobachtungen Dr. VETTER'S und nach der Mikrountersuchung am Flyschrand aufgefaltet ist, derart, daß hier der tiefere Haller Schlier ausbeißt. Die Struktur wiederholt sich deutlich in Bad Hall und in den Aufschiebungszonen von Neulengbach. An einigen Beispielen wird noch dargelegt, daß auch bei Arbeiten in der Flyschzone der Ostmark Mikrofaunen gute Ergebnisse lieferten.