Original paper

Wissenschaftliche Sitzungen der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft Wien, den 28. Februar 1941. Methoden und bisherige Ergebnisse der erdölgeologischen Untersuchungen im inneralpinen Wiener Becken.

Janoschek, R.

Kurzfassung

Das ganze Becken wurde geophysikalisch, und zwar durch Drehwaage, Thyssengravimeter, Magnetometer, Reflexions- und Refraktionsseismik untersucht. Große Teile des Beckens wurden ganz neu kartiert. Es wurden Hunderte von Strukturbohrungen (Hand-, Craelius- und insbesondere Counterflushbohrungen) bis zu Tiefen von 250 m und zahlreiche Tiefbohrungen, z. T. bis zum Beckenuntergrund niedergebracht. Der Helvet, Schlier mit einer Flyschbreccie an der Basis, 500-800 m mächtig, zeigt z. T. eine andere Tektonik und auf jeden Fall eine andere Verbreitung als die tortonen Sedimente und gehört daher nicht zur Beckenfüllung. Das Torton, dunkelgraue Tonmergel, Sande und Sandsteine, erreicht westlich des großen Steinbergbruches eine Mächtigkeit von 500-600 m, im Beckeninnern eine Mindestmächtigkeit von 1000 m. Im Steinberg ist das obere Torton z. T. als Leithakalk entwickelt, was nach K. FRIEDL darauf hinweist, daß der Steinberg zu dieser Zeit eine Insel oder eine Untiefe war. Das Sarmat, bestehend aus grauen und graugrünen Tonmergeln, Sanden und Sandsteinen, besitzt westlich des Steinbergbruches eine Gesamtmächtigkeit von 200-300 m, östlich des Bruches eine solche von 600-1000 m. Das Pannon liegt im Beckeninnern konkordant über dem Sarmat und besteht ebenfalls aus einer Wechsellagerung von Sanden und Tonmergeln, wobei im allgemeinen nördlich der Donau Sande vorherrschen. ,Paludinensande" oder Schichten, welche der Zone der Viviparen entsprechen, gibt es im deutschen Anteil des Wiener Beckens nicht. Wien, den 14. März 1941.