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Lehrausflug in das Berliner Diluvium am 31. März Führung: Herr SOLGER.

anonymos

Kurzfassung

Der Lehrausflug begann um 9 Uhr vor dem Hause der Reichsstelle für Bodenlorschung am Neuen Tor und führte in einem Wagen der Elite-Autofahrt-Gesellschaft zuerst zu den ,Neuen Wiesen" bei Wendenschloß südlich von Köpenick. Hier ist ein schmales, heute vermoortes Flußbett erkennbar, das nur von Schmelzwässern der letzten Abschmelzzeit gespeist worden sein kann. Voraussetzung dafür ist, daß das Bett der heutigen Müggelspree an ihrem Ausfluß aus dem Müggelsee abgesperrt war. Ähnliche Spuren am Nordrande des Müggelsees bei Friedrichshagen ergänzen dies Bild dahin, daß eine Eiszunge sich zwischen den Kranichbergen bei Erkner und den Müggelbergen nach Westen vorstreckte. Ihr Zungenbecken ist der Müggelsee. Da er ebenso wie die genannten Schmelzwasserläufe in den Talsand eingesenkt ist, fand dessen Ablagerung schon vor der letzten Abschmelzzeit statt, spätestens also beim Herannahen des letzten Eises. Die Schmelzwasserbildungen der letzten Abschmelzzeit waren unbedeutend. Der Grund ist in dem trocknen, durch Ostwinde bedingten Klima am Eisrande zu suchen.