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Wissenschaftliche Sitzung am 30. März 1941 Die Grundwasserverhältnisse von Groß-Berlin.

Schneider

Kurzfassung

Der Vortragende gab als Einleitung für die Wasserwerksbesichtigung des nächsten Tages eine kurze Übersicht über die hydrologischen Verhältnisse der Umgebung Berlins. Für die Beschaffung größerer Wassermengen kommt in der Umgebung der Reichshauptstadt nur das Diluvium in Frage, da grobe wasserführende miozäne Sande nur eine beschränkte Verbreitung besitzen und die unter dem mitteloligozänen Septarienton folgenden Schichten nur salzhaltiges Wasser liefern. Die Wasserförderung geschieht durch zahlreiche Einzelwerke, die zu zwei großen Verwaltungen zusammengeschlossen sind. Zum größeren Teile liegen die Werke im Bereich der großen diluvialen Täler der Spree und der oberen Havel. Die Schichtenlagerung ist bei ihnen, abgesehen von örtlichen Störungen, recht regelmäßig. Ausgenützt werden mächtige Sande und Kiese über dem älteren Interglazial oder, wo dieses fehlt, dem Miozän, in deren höhere Lagen streckenweise eine Bank von Geschiebemergel eingelagert ist. In der anderen großen Entnahmestelle, nämlich der an den Ufern des Wannsees und Nikolassees, weisen die eiszeitlichen und zwischeneiszeitlichen Schichten weit stärkere Störungen auf, die auf Eisdruck zurückzuführen sind und zweifellos mit der großen nordsüdlichen Havelrinne zwischen Spandau und Potsdam in ursächlichem Zusammenhang stehen.