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Ein litorales Paläozän in Norddeutschland.

Hiltermann, Hans

Kurzfassung

Zusammenfassung. In zwei etwa 12 km voneinander entfernten Bohrungen im Gebiet nördlich von Oebisfelde-Fallersleben (Hannover) wurden unterhalb einer bekannten und durch Mikrofauna bestimmbaren Schichtenfolge des tieferen Alttertiärs Sedimente angetroffen mit einer bis dahin unbekannten petrographischen Ausbildung. Es fanden sich unter marinen Schichten (Paläozän bzw. Untereozän 1) des tiefsten Alttertiärs Verzahnungen von küstennahen marinen mit terrestrischen Bildungen. In ± sandige Tonsteine, Konglomerate und z.T. sinterartige phytogene Kalksteine waren Braunkohlen-Tone eingeschaltet. Im Rahmen der Arbeiten der Untersuchungsstelle für Mikropaläontologie gelang es Mikro-Faunen und nachher auch Reste der Flora zu isolieren und der Untersuchung zugänglich zu machen. Fauna wie Flora zeigton einen neuartigen Fossilinhalt. In der Fauna konnte ein Überwiegen von litoralen Elementen festgestellt werden, wovon der größte Teil nach den bisherigen Erfahrungen im Tertiär seine Hauptverbreitung hat. Neben auf das Tertiär beschränkten fanden sich langlebigere von der Kreide bis heute beobachtete Formen und sehr untergeordnet und nur in Einzelexemplaren Nachzügler aus der Oberen Kreide. Die Pollenanalyse der Dy-Tone, die in verschiedener Höhe in petrographisch verschiedene Schichtenkomplexe eingeschaltet sind, ergab bei beiden Bohrungen grundsätzlich den gleichen Polleninhalt. Die Formen sind allerdings im Vergleich zu den wenigen bisher bekannten alttertiären Pollenspektren so fremdartig, daß von hier aus eine absolute Alterbestimmung noch nicht möglich war. Während ein Teil der Pollen und Sporen bisher überhaupt unbekannt ist, konnten zahlreiche im Eozän nachgewiesen werden. Nach unseren heutigen Unterlagen spricht alles dafür, daß das Alter der behandelten Schichten als Paläozän zu bezeichnen ist.