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Die ältesten Baustücke Fennoskandias im Lichte des Aktualitätsprinzips. (Vortrag, gehalten in der Monatsversammlung am 4. November 1940.)

Backlund, Helge G.

Kurzfassung

1. Einleitung. Zur geologischen Zeitmessung wird die geologischpaläontologische Skala benutzt; ihre Angaben sind relativ und sie selbst ist unter aktualistischen Voraussetzungen aufgestellt worden. Am Nullpunkt der Skala zeigt die (fossile) Lebewelt einen derartig hohen Entwicklungsstandpunkt und solche Formenmannigfaltigkeit, daß, wenn der Entwicklungslehre stattgegeben wird, eine mindestens dreifache Zeitspanne verflossen sein muß, um von irgendeinem Anfangsorganismus zu der Entwicklungsstufe des Nullpunkts zu gelangen. Daß im Zeitraum, der diesem Nullpunkt vorausgeht, reichliche Massen von Organismen die Erdoberfläche (und ihre Meere) bevölkert haben müssen, wird bewiesen durch 1) das Auftreten von Graphit (und feinverteilter Kohle sowie von Asphalt) in allen denkbaren Gesteinsassoziationen; 2) das Vorkommen von Kalksteinen in allen Abteilen und Formationen des Vorkambriums; 3) die Anreicherung von Ti-freien Eisenerzen in Verbindung mit den verschiedensten Gesteinen und mit Tendenz einer Bindung an gewisse, sehr alte Oberflächenbildungen, und 4) Konzentrationen von Phosphaten verschiedener Form und Art. - Gesteinsbildungen der relativ kurzen Zeitspanne, die dem Gültigkeitsbereich des Aktualitätsprinzip vorangegangen ist, also aus der Zeit vor der Kondensation des Wasserdampfes (und vor dem Auftreten der Organismen) sowie von der Grenze zum sideralen Stadium stammen könnten, kennen wir nicht.