Original paper

Wissenschaftliche Sitzungen der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft Wien, den 16. Mai 1941. Über einige Säugetiere des Wiener Jungtertiärs.

Pia, J.

Kurzfassung

Bei der Gattung Dinotherium fällt der Gegensatz zwischen der hohen Spezialisation der Schneidezähne und der verhältnismäßig ursprünglichen Beschaffenheit der Backenzähne auf, deren Wechsel un der gewöhnlichen Weise senkrecht, nicht wie bei den Elefanten waagerecht erfolgt. Die Gliedmaßen sind stark in die Länge gestreckt. Das zeigt sicht nicht nur an den Röhrenknochen, sodern auch an den Hand- und Fußwurzelknochen. Der Hals ist kurz. Man schloß daher ziemlich allgemein, daß das Tier den Boden mit den Stoßzähnen nicht erreichen konnte. Mehrere Stücke im Wiener naturhistorischen Museum zeigen aber, daß diese Zähne an der Enden während des Lebens stark abgeschliffen wurden, daß Dinotherium mit ihnen also wohl gegraben hat. Vermutlich "kniete" es zu diesem Zweck nieder, d. h. es ließ sich auf die Tarsen nieder, wie das ja auch die lebenden Elefanten nicht selten tun.