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Über die magnetischen Eigenschaften von Gesteinen und Erzen und über damit zusammenhängende Lagerstätten-Probleme

Reich, H.

Kurzfassung

I. Einleitung. Die Geophysik ist, wie das Wort sagt, die Physik der Erde, d. h. sie untersucht den physikalischen Zustand des Erdkörpers, Dichte, Druckverhältnisse, Temperaturverhältnisse, seine Wasserhülle und seine Lufthülle. Das, was wir in der sogenannten ,angewandten Geophysik" betreiben, ist etwas ganz anderes. Wir versuchen, mit physikalischen Verfahren, die z. T. der Geophysik entlehnt sind, geologische Fragen zu lösen. Es ist das eine ganz andere Fragestellung als bei der eigentlichen Geophysik. Die sogen. ,angewandte Geophysik" ist also nicht eine Zweigwissenschaft der Geophysik, sondern der Geologie ebenso wie etwa die Lehre von den Leitfossilien nicht etwa ein Zweig der Zoologie, sondern ein Zweig der Geologie ist. Dieses Verhältnis der Geophysik zur ,angewandten Geophysik" treffen wir auch auf dem Gebiet des Erdmagnetismus. Die Aufgabe der Geophysik besteht darin, die erdmagnetischen Zustände und Vorgänge des Erdkörpers zu erforschen. Diese Aufgabe wird sowohl durch Observatoriumsbeobachtungen wie durch regionale Messungen der magnetischen Elemente, wie sie z. B. FILCHNER in Tibet vorgenommen hat, erfüllt. Das Ergebnis solcher Untersuchungen ist unser Wissen über die normale Verteilung der erdmagnetischen Kräfte auf der Erde, etwa ausgedrückt durch Formeln für das Normalfeld oder Kurven gleicher Intensität (Isodynamen) oder gleicher Winkel (Isogonen bezw. Isoklinen) der magnetischen Kraft. Weiter gehört hierzu die Verfolgung der zeitlichen Änderungen dieser Kraft und schließlich der Versuch, alle diese Beobachtungen kausal miteinander zu verknüpfen, also die Frage nach der Entstehung der erdmagnetischen Kraft und ihrer Äußerungen.