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Geologie und Bautechnik

Keil, K.

Kurzfassung

Im Heft 1 dieser Zeitschrift ist in der Umschau von verschiedenen Seiten die schwer zu lösende Frage einer idealen Zusammenarbeit zwischen Geologie und Bautechnik bzw. Bodenmechanik erörtert worden. Die dabei angeschnittenen Fragen sind für denjenigen, der sich von Anfang an beim Bau der Reichsautobahnen als Baugrundingenieur in vorderster Front auf dem Kampfgebiet zwischen Geologie und Bautechnik mit diesem Problem zu beschäftigen hat, etwas Alltägliches. Insofern dürften die dabei gesammelten Erfahrungen in diesem Zusammenhang von Interesse sein. Das Kernproblem der mangelnden Verbindung zwischen Geologie und Bautechnik im Gegensatz zum Bergbau beruht in der grundverschiedenen bisherigen Ausbildung des Bauingenieurs und der des Geologen. Der Bauingenieur ist gewöhnt, alle Aufgaben mit Hilfe der exakten Wissenschaft zu lösen, was in der Geologie nicht möglich ist. Infolgedessen denkt der Bauingenieur über geologische Auskünfte, die nicht haargenau seinen Wünschen entsprechen, meist nicht nur skeptisch, sondern auch geringschätzig. Er sieht daher vielfach die Arbeit des Geologen nicht als vollwertig an, weil er zu wenig mit der Geologie und ihrer empirischen Arbeitsmethode vertraut ist, er selbst aber eine nicht genaue Lösung seines Fachgebietes als mangelhaft und unbefriedigend empfindet.