Original paper

Wissenschaftliche Sitzungen der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft Wien, den 12. Dezember 1941. Neuere Ergebnisse mährischer Quartärforschung.

Mohr, H.

Kurzfassung

Ausgehend von der Dreigliederung eines normalen Baustufenprofils versucht der Vortragende, die einzelnen Abschnitte klimatisch zu deuten. Die Basisschotter werden als Bildungen der Vorstoßphasen des Eises, die Aufehme und Ferrettodecken als zwischeneiszeitlich erkannt. Die pedologische Erforschung der fossilen Böden gibt einen maßgebenden Anhaltspunkt für die klimatischen Bedingungen der Zwischeneiszeiten bzw. der ,Interstadiale". Anzahl und Anordnung der alten Talböden in Mittelmähren lassen auf drei Vorstöße während der Weichseleiszeit, lange Dauer des Saalevorstoßes und wahrscheinlich drei noch ältere Vorstöße vorsaaleeiszeitlichen Alters schließen. Die Grenze gegen das Pliozän ist noch verschwommen und kann nicht angegeben werden. Das saaleeiszeitliche, das elstereiszeitliche und noch zwei ältere Schotterniveaus sind reich an Artefakten, die die Anwesenheit des Menschen bereits am Ausgange der Pliozänzeit außerordentlich wahrscheinlich machen.