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Wissenschaftliche Sitzung der Gesellschaft Berlin, 3. Dezember 1941. Bau-Probleme am Alpen-Nordrand.

Kraus, E.

Kurzfassung

Erfahrungen über den nördlichen Alpenrand wurden in den letzten Jahrzehnten besonders für Flysch und Molasse ausgebaut. Ein Hauptproblem erwuchs daraus vor anderen: es muß ein ungeheurer Massenschwund stattgefunden haben. Setzen wir auch nur die alt-erdkundlich (paläogeographisch) als Mindestmaß zu fordernden Ablagerungsbreiten für den Jura und die Kreide im ultrahelvetischhelvetischen Raume an, so wird ein Massenverlust vom Jura bis heute ersichtlich, der sich zwischen Bodensee und Salzburg bei 50 km angenommenem Tiefgang zu 1-2 Millio.-km3 beziffert. Zum kleinen Teil bezieht sich dieser Verlust auf Faltung, zum größeren auf Deckenüberschiebung, zum größten vielleicht auf Schwund längs sehr steilstehender, etwa O-W-streichender Bewegungsflächen. Längs dieser werden alle Strukturen glatt weggeschnitten. Am Chiemsee verschwand der ultrahelvetisch-helvetische Ablagerungsuntergrund überhaupt.