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Wissenschaftliche Sitzung der Gesellschaft Berlin, 3. Dezember 1941. Reliefüberschiebungen in den Ostalpen.

Thurner, A.

Kurzfassung

Der Vortragende erörtert die von OTTO AMPFERER aufgestellte Reliefüberschiebung und bringt ein neues Beispiel von Murau. Auf Grund dieser Beispiele unterscheidet er Erosionsreliefüberschiebungen und Großreliefüberschiebungen. Eine besonders eindrucksvolle Großreliefüberschiebung stellt der Südrand der Kalkalpen dar. Das Relief ist durch die Grauwackenzone gegeben, das auf Grund der Verbiegungen, der verschiedenen Mächtigkeiten und der verschiedenen Höhenlage der obersten Schichtfläche in mehrere Hoch- und Tiefzonen gegliedert werden kann. Auf dieses Relief wurden die Nördlichen Kalkalpen aufgeschoben. Die plastischen Wertenerschichten paßten sich durch Verschiebungen dem Relief an, daher sind die verschiedenen Mächtigkeiten der Wertenerschichten, die besonders großen Anhäufungen im Raume um Altenberg, Gollrad, Admont usw. verständlich. Auch die zahlreichen Veränderungen in den Fall- und Streichungsrichtungen, die Auswalzungen usw. sind ein Ergebnis der Reliefüberschiebung.