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Wissenschaftliche Sitzung der Gesellschaft Berlin, den 4. Februar 1942. Die Geologie des europäischen Rußland.

Von Bubnoff, Serge

Kurzfassung

Der Redner ging von der Feststellung aus, daß die außerordentliche Monotonie der osteuropäischen Landschaft eine Folge der sehr einfachen und ruhigen erdgeschichtlichen Entwicklung ist. Mit Fennoskandia hat die sarmatische Scholle den vorkambrischen Sockel gemeinsam, später ist die Entwicklung verschieden, ja gegensätzlich. Im Kambrosilur liegt Fennoskandia tief, Sarmatien hoch; später kehrt sich das Verhältnis um: Fennoskandia wird zum Schilde aufgewölbt, Sarmatien zu einer Schüssel eingebogen. Es läßt sich zeigen, daß das sedimentliefernde Festland im Devon im NW (Finnland), im Karbon im Süden (Pontide), im Perm im Osten (Ural) lag: die Schüssel kam also durch wechselweise Aufbiegung der Ränder zustande. Nach der Kennzeichnung der älteren Schichtenfolge der Schüssel, innerhalb derer das Oberperm und die Untertrias den Charakter einer voruralischen Molasse tragen, wies der Redner nach, daß die späteren mesozoisch-känozoischen Überflutungen einen anderen Charakter tragen: im Paläozoikum unterscheidet man 2 oder 3 Zyklen der Auffüllung des Schüsselinneren, jeweils mit einer salinaren Eindampfungsphase abschließend; später handelt es sich um einfache Trans- und Regressionen über die aufgefüllte, das heißt eingeebnete Schüssel; diese Bewegungen gehen von zwei permanenten peripheren Senken aus. Unter diesen hat die südrussische oder ammodezische Senke westeuropäische, die ostrussische, voruralische Senke aber östliche oder boreale Fazies.