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Faciesgesetzmäßigkeit und Faltung des Ruhroberkarbons und ihre kartenmäßige Auswertung.

Keller, Gerhard

Kurzfassung

Einführung. Kürzlich erschien ein Aufsatz von BÖTTCHER, in dem nochmals die Richtigkeit der Hypothese von der Gleichzeitigkeit von Sedimentation und Faltung im Ruhroberkarbon behauptet wird. Kurz zusammengefaßt soll die Ansicht deshalb richtig sein, weil Mächtigkeiten und Ausdehnung der gefalteten Schichtflächen nach der Tiefe zunehmen. Mit dem Nachweis, daß diese Zunahme vorliegt, soll gleichzeitig auch die Richtigkeit der Hypothese erbracht sein. Sodann werden die Versuche des Verfassers, in der sedimentären Facies das Abbild der gleichzeitigen Faltung, sei diese orogen oder epirogen, suchen zu wollen, als müßiges Unternehmen bezeichnet. Der Faltenwurf soll nach der jetzt vorgenommenen Modifizierung zwar die jeweils neuentstandenen Schichten mit erfaßt haben, aber von unten aufsteigend die Oberfläche der jeweiligen Sedimentationsbasis gemieden haben. Es kann hier bereits darauf hingewiesen werden, daß gerade von Anhängern der Gleichzeitigkeitshypothese die Faciesverhältnisse als Beweis für die Richtigkeit der Hypothese herangezogen wurden, sogar lange bevor sich der Verfasser mit diesen Fragen auseinandersetzte. Allerdings ist heute erkannt, daß die Facies bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterliegt, die synsedimentäre Verbiegungen - jedoch nicht im Sinne der Gleichzeitigkeitshypothese - beweisen.