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Wissenschaftliche Sitzung der Gesellschaft Berlin, den 4. März 1942. Der geologische Bau von Libyen.

Behrend, Fritz

Kurzfassung

Der Vortragende legt den Andruck der ersten drei Blätter der von ihm verfaßten fünfblättrigen geologischen Karte von Afrika im Maßstab 1:5 000 000 vor. Soweit unsere bisherigen Kenntnisse reichen, ist der geologische Bau Libyens verhältnismäßig einfach. Das Innere Libyens ist weitgehend bedeckt durch nahezu flachliegende paläozoische und mesozoische Sandsteine von vorwiegend kontinentalem Ursprung. Kristalline Gesteine ragen nur an wenigen Stellen durch diese Sandsteindecken hindurch. Während der Kreidezeit und im Alttertiär wurde der nördliche Teil des Landes vom Meere bedeckt, das sich aber bereits gegen Ende des Eozän wieder nach Norden zurückzog, in ähnlicher Weise wie in Ägypten. Oligozän und Miozän sind in größerer Ausdehnung nur in der Cyrenaika vorhanden, in Tripolis dagegen nur in einer schmalen Zone längs der Küste. Der Westen des Landes hat sich also schneller gehoben als der östliche Teil. Junge Wüstenbildungen bedecken weite Teile des Landes.