Obituary

- Nekrolog - Dr. habil. Hans Merlin

anonymos

Kurzfassung

Seit Juli 1941 gehörte er einer Wehrgeologenstelle des nördlichsten Norwegen an. Zur Abhaltung seiner Probevorlesung wurde ihm zum 1. Januar 1942 ein mehrwöchiger Studienurlaub bewilligt. Zu Beginn der Heimfahrt traf ihn ein tückisches Schicksal. HANS MERTIN wurde am 7. Mai 1902 in Nürnberg geboren. Schule und Lehrerseminar besuchte er in Quedlinburg. Früh erwachte die Liebe zur Geologie. Ein nach der Lehrerausbildung 1923 begonnenes Studium des Bergfaches an der Bergakademie Clausthal mußte unter den schweren wirtschaftlichen Verhältnissen der Nachkriegszeit nach 4 Semestern abgebrochen werden. Doch HANS MERTIN gab sein Lebensziel nicht auf: auf dem Umweg über den Volksschullehrer und den Gewerbe-Oberlehrer erzwang er sich aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln den Zugang zur Wissenschaft. Am 29. Juni 1938 konnte er das seit 1936 neben dem Beruf in Halle durchgeführte Studium als Schüler JOHANNES WEIGELT'S mit der Promotion abschließen. Seine Dissertation, deren Grundstock schon 1937 mit einem Preis der Universität Halle ausgezeichnet worden war, behandelt auf der Grundlage ontologischer Forschungsweise (Jon. WALTHER) die Brackwasserbildungen in der oberen Kreide des nördlichen Harzvorlandes. 1941 legte er seine Habilitationsschrift, eine Bearbeitung der decapoden Krebse aus dem subherzynen und Braunschweiger Emscher und Untersenon, vor. Am 25. März 1941 wurde ihm die Würde eines Dr. rer. nat. habil. verliehen. Die Dozentur, zu deren Erlangung noch die Abhaltung der Probevorlesung fehlte, stand ihm in Aussicht; nach dem Krieg sollte er seine wissenschaftliche Tätigkeit am Geolog.-Paläontolog. Institut Halle aufnehmen.