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Grundzüge der Geologie Osteuropas

Bubnoff, S. V.

Kurzfassung

Osteuropa oder die sarmatische Scholle ist ein stabiler Schelf, von dem im NW anschließenden Block Fennoskandias durch häufigere Versenkung unter Meeresniveau unterschieden. Über einem ähnlichen, hier durch Bohrungen erschlossenen oder auch zu Tage tretenden (Woronesch) Tiefbau präkambrischen Alters, besitzt Sarmatien im Gegensatz zu Skandinavien einen etwas dickeren, aber diagenetisch auffallend schwach veränderten Oberbau. Seine Mächtigkeit beträgt nach Bohrungen bei Moskau und an der Wolga 1500-1700 m. Ein struktureller Unterschied liegt darin, daß der Tiefbau in Fennoskandia zu einem Schild aufgewölbt, in Sarmatien zu einem Becken oder richtiger zu einer flachen Schüssel eingebogen ist. Die Elemente des Tiefbaues sind aber in beiden Gebieten strukturell und petrographisch die gleichen: sogar die Einzelheiten -der ältere Svekofennidische O-W-Strang und der jüngere Karelidische N-S-Strang lassen sich am Südrande der sarmatischen Schüssel wiedererkennen. In gewissem Sinne nehmen diese beiden Streichrichtungen sogar die spätere Schüsselform vorweg. Die Verschiedenheit beginnt erst im Kambrium, ist aber bis zum Ende des Silurs gerade umgekehrt, wie später: Fennoskandia sinkt unter den Meeresspiegel, während Sarmatien im Kambrium und Gotlandium vom Meere praktisch frei ist, und höchstens im Ordoviz eine teilweise Überflutung zeigt, die nach Süden aber nicht bis Moskau reicht.