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Zum Bewegungsbild des Niederrheinisch-Westfälischen Steinkohlengebietes

Ampferer, Otto

Kurzfassung

Durch das ausgezeichnete Werk von PAUL KUKUK ,Geologie des Niederrheinisch-Westfälischen Steinkohlengebietes - Berlin 1938" sind die eigenartigen Faltungen des Oberkarbons auch für Fernerstehende so anschaulich geworden, daß es insbesondere für alpine Tektoniker reizvoll geworden ist, Vergleiche mit dem Bau der Alpen anzustellen. Während aber die Alpen durch ihre hohen Aufragungen in die Gletscherwelt und die Aussicht in weite Fernen unerschöpfliche Gegenstände offen zur Forschung feilbieten, liegen im Kohlengebiet die mächtigen Faltungen in der Erdtiefe verborgen und konnten erst durch die endlose Arbeit der Bergmänner und die Sorgfalt der Geologen und Markscheider offenbar werden. Wenn man bedenkt, daß hier durch Schächte und Stollen etwa der oberste Kilometer erst genau erschlossen wurde, der Tiefgang der Kohlenmulden aber bis auf 10 km eingeschätzt wird, so kann man erfassen, welche Mühen die Eroberung der Kohlentiefen noch erfordern wird. Nimmt man das Werk von P. KUKUK zur Hand, so kann man es nur dankbar für die reiche Belehrung und die vorzüglichen Abbildungen studieren, seine Ergebnisse aber als einen dauernden Gewinn weiterverwenden. Ich habe mich nur mit wenigen Fragen der Tektonik, und dies nur in allgemeinen Umrissen, beschäftigen können, auf welche ich im folgenden kurz eingehen möchte.