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Was kann die remanente Magnetisierung von Bohrkernen bedeuten? (Bemerkung zu: H. REICH, ,Über die magnetischen Eigenschaften von Gesteinen und Erzen und über damit zusammenhängende Lagerstätten-Probleme", in dieser Zeitschrift, Bd. 93, S. 443-455, 1941.)

Schwinner, Robert

Kurzfassung

Anläßlich einer Vorlesung über ,Ausgewählte Kapitel der Geophysik" und der Ausarbeitung des II. Bandes meines ,Lehrbuches der Physikalischen Geologie" eben mit dem Erdmagnetismus beschäftigt, mußte ich die jüngsten Veröffentlichungen von H. REICH (3, 4) über seine Untersuchungen betreffend den remanenten Magnetismus von Bohrkernen mit größter Aufmerksamkeit beachten. Erwies sich derart, wie dort angegeben, Schicht um Schicht des Krustengebäudes mit so verschiedenem, sprunghaft wechselndem, manchmal außerordentlich starkem remanentem Magnetismus behaftet, so war der bisher üblichen Art und Weise, die magnetischen Feldaufnahmen auf allgemeinen Gebirgsbau und seine praktisch wichtigen Einzelheiten zu deuten, der Boden unter den Füßen weggezogen; denn diese Deutung fußt meistens auf der Annahme, daß die Magnetisierung der Gesteine, wie sie im Erdfeld, genauer in seinen lokalen Störungen zum Ausdruck kommt, ausschließlich oder doch zum größten Teile jene ist, welche ihnen durch das heutige magnetische Erdfeld aufgeprägt (induziert) wird.