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Zu Werners 125stem Todestag

Haarmann, Erich

Kurzfassung

Am 30. Juni jährte sich in diesem Jahr zum 125sten Mal WERNER's (1749-1817) Todestag. Da mögen wir Geologen uns der Bedeutung erinnern, die der Mineraloge WERNER auch für die Geologie hatte. WERNER's Vorfahren waren seit 300 Jahren Berg- und Hüttenleute und schon in früher Jugend hatte er eine umfassende Mineralienkenntnis. Auch er war zunächst Bergmann, aber schon als ein ,der Bergwerks-Wissenschaften und Rechte Beflissener" veröffentlichte er 1774, mit 25 Jahren, eine Mineralogie ,Von den äußerlichen Kennzeichen der Fossilien". Auf diese Arbeit hin wurde WERNER im nächsten Jahr, 1775, an die Bergakademie in Freiberg als Inspektor der Sammlungen und Lehrer der Mineralogie berufen. Die meisten seiner wenigen späteren Veröffentlichungen betreffen mineralogische Themen, dabei die Übersetzung der Mineralogie des schwedischen Mineralogen CRONSTEDT 1780 und das zweibändige systematische Verzeichnis der OHAIN'schen Sammlung 1791-92. Außer einigen ebenfalls mineralogisch betonten Arbeiten über Basalt und Trapp hat WERNER geologisch nur 1789 über die Entstehung der Vulkane durch Entzündung von Kohlenflözen und 1791 über die Entstehung der nach ihm sämtlich von oben gefüllten Gänge geschrieben. Außerdem wäre noch die populäre Vorlesung von 1817 ,Allgemeine Betrachtungen über die festen Erdkörper" zu nennen. Im übrigen sind wir auf die Kolleghefte seiner Schüler angewiesen. Und doch gilt WERNER als ,der Begründer der Geologie".