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Wissenschaftliche Sitzungen der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft Wien, am 17. April 1942. Grundzüge des Baues von Anatolien.

Leuchs, Kurt

Kurzfassung

Gegenüber früheren Deutungen werden, hauptsächlich auf Grund eigener Forschungen, die Beziehungen zwischen älteren und jüngeren Bauteilen des anatolischen Baumes und seiner Umgebung dargelegt. Die Unterschiede zwischen alten Massen und jeweils jüngeren Faltenzonen zeigen sich mit der zunehmenden Erforschung immer deutlicher. Neben der schon lange bekannten westanatolischen (= lydischkarischen) Masse hat die große inneranatolische Masse wesentlichen Einfluß auf Lage und Art der Faltenzonen. Diese alte Masse besteht aus zwei Teilen der zentralen Steppentafel und, durch eine große Bruchlinie von ihr getrennt, dem Kizil-Irmak-Land. Im gesamten Gebiet der alten Masse fehlt das Mesozoikum, das in der Umgebung stark entwickelt ist und zusammen mit älteren und jüngeren Formationen die um die alten Massen und zwischen ihnen sich erstreckenden jüngeren Faltenzonen bildet. So ist Anatolien von einem Geflecht solcher Zonen durchzogen, die sich in verschiedener Weise verzweigen und zusammenschließen.