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Der Einfluß des präquartären Untergrundes auf die Bodenbildungen des Warthelandes

Thomson, Paul W.

Kurzfassung

Die mächtige Decke des Posener Flammentons, die den größten Teil des Warthelandes bedeckt, hat einen großen Einfluß auf die Beschaffenheit der Grundmoräne und auf die auf ihr entstandenen Bodenbildungen gehabt. Im allgemeinen sind die Böden der Altmoränengebiete viel sandiger, da hier die Auswaschung des feinen Tonmaterials von längerer Dauer und, zum Teil, größerer Intensität gewesen ist. Im Wartheland ist nun gerade das Umgekehrte der Fall. Während der älteren Eiszeiten ist hier der liegende Flammenton in größerem Umfang in die Grundmoräne aufgenommen worden. Aufpressungen und Schollen dieses Tones sind hier auch häufiger. Im Gebiet der Warthe-Grundmoräne, in den Kreisen Jarotschin, Krotoschin, Ostrowo, Kalisch und in den weiter westlich angrenzenden Kreisen wie Rawitsch haben wir es mit den schwersten Tonböden des Warthelandes zu tun (Krotoschin-Typus der poln. agronomischen Bodenkartierung). Die Entkalkung ist hier ungeachtet des hohen Alters infolge des beträchtlichen Tongehaltes nicht sehr tief fortgeschritten. Nördlich von Ostrowo sieht man als typisches Landschaftsbild ca. 1 1/2-2 m tiefe Kuhlen auf den Äckern, in denen das Grundwasser steht. Hier wird der Geschiebemergel zu Düngungszwecken gewonnen