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Das galvanoplastische Abgußverfahren. Eine vergessene paläontologische Untersuchungsweise.

Prantl, Ferdinand

Kurzfassung

In unserer Zeit, welche auf dem Gebiete der Paläontologie durch eine eifrige Suche nach neuen Arbeits- und Untersuchungsverfahren gekennzeichnet ist, sollte auch von neuem die Aufmerksamkeit auf einige ältere paläontologische Arbeitsmethoden gerichtet werden, namentlich auf solche, die nicht durch irgendeinen sachlichen Fehler oder durch methodische Mängel außer Gebrauch gesetzt, sondern welche aus rein äußeren Gründen in Vergessenheit geraten sind. Es sei hier ganz gedrängt eine galvanoplastische Herstellung der Versteinerungsabgüsse erwähnt, welche seinerzeit ihrem Begründer Prof. A. FRITSCH die glänzenden Ergebnisse über den Feinbau des Chitinskeletts fossiler Tausendfüßler und über den anatomischen Bau der Schuppenlurche, Schmelzschupper u. a. m. aus dem böhmischen Permokarbon geliefert hat. Diese Methode, welche von A. FRITSCH und von seinem Freunde H. PSTROSS ausgearbeitet wurde, verfolgte nämlich den Zweck, die als hohle Abdrücke und Gegenabdrücke erhaltenen Versteigerungen, besonders in den verwitterten oder leicht verwitterbaren Gesteinen (z. B. Kohle, Plattenkohle, Schwefelkies oder gipshaltigem Letten, u. a. m.), als naturgetreue, plastische Abgüsse zur wissenschaftlichen Untersuchung aller Einzelheiten darzulegen und zugleich als dauernde Belegstücke zu erhalten.