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Korallen von der Silur-Devon-Grenze aus West- und Mitteldeutschland

Weissermel, W.

Kurzfassung

Über die Korallen der Silur-Devon-Grenze wissen wir noch sehr wenig; um so wertvoller ist jeder Beitrag zu ihrer Kenntnis. Das Wenige beruht für Europa im wesentlichen auf dem, was vom Bosporus bekannt ist (WEISSERMEL 1939) und auf dem, was vorläufig aus den Karnischen Alpen publiziert ist (v. SCHOUPPÉ 1939). Einiges hat FUCHS (1927) veröffentlicht. Die russischen Schichten haben vorwiegend durch SOSHKINA (1937) zur Kenntnis dieses Horizonts beigetragen. Dasselbe gilt, wenn auch in verringertem Maße, für Amerika. Ganz, neuerdings (REGNÉLL 1941) hat auch Asien einen Beitrag geliefert. Die Korallenfauna des Gedinne schließt sich, nach dem, was wir im ganzen wissen, eng an die silurische, nicht an die devonische an, wie schon aus dem Auftreten verschiedener silurischer ,Leitformen" (wie besonders Halysites) in diesen Schichten am Bosporus und in Amerika hervorgeht. Tatsache ist, daß wir über das Unterdevon in bezug auf seine Korallenfauna noch wenig wissen; erst im Mitteldevon fließen die Quellen unserer Erkenntnis reichlich. Die bisher aus dem Unterdevon beschriebenen Korallen (Karnische Alpen, Böhmen, Ural, Westfrankreich) nehmen insofern eine Mittelstellung ein zwischen den lange und eingehend bekannten Faunen des Obersilur und des Mitteldevon, als sie sich im unteren Teile an das Silur anschließen, gegen ihre obere Grenze hin (Oberkoblenz) aber schon mitteldevonischen Charakter tragen (siehe D. LE MAITRE 1934).