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Wissenschaftliche Sitzung der Gesellschaft Berlin, den 7. April 1943. Oolithentstehung.

Quiring, H.

Kurzfassung

Marine Kalkoolithe und die Eisenerze sehr wichtigen Eisenoolithe sin vielen Formationen als Lager eingeschaltet. Über ihre Bildung gibt es ein fast unübersehbares Schrifttum. Dennoch ist das Problem nicht gelöst. Man hat die Ooid- und Oolithbildung wohl geologisch, petrografisch und chemisch eigehend behandelt, die ebenso wesentlichen klimatischen und ozeanischen Vorbedingungen dagegen etwas vernachlässigt. Die Bildungsbedingungen der renzenten und quartären marinen Kalkoolithe im Golf von Sues, der nordafrikanischen Küste (QUIRING hat quartäre Kalkoolithe bei Melilla entdeckt) und des Golfs von Mexiko erweisen, daß vor allem eine starke Verdunstung (Verdunstung im Golf von Sues 2600 mm. Niederschläge unter 200 mm jährlich bei hoher Wasser- und Lufttemperatur) die Grundlage der Oolithbildung ist. In Kalziumbikarbonat-haltigen verdunstenem Wasser setzen sich über im Wellenschlag tanzenden Sandkörnchen usw. Aragonitooide ab. Die zweite Vorbedingung ist das völlige Austrocknen der Ooide nach ihrem gelatinösen Absatz, das in der Zeit der Ebbe möglich ist und verhindert, daß die wiedereintretende Flut unverhärtete Ooide antriff und sie ihrer noch weichen Schale beraubt. Die marinen Oolithe sind fast allgemein eine Wattenbildung (Oolithwatten). Der kürzeste Zeitraum, in dem eine Ooidschicht gebildet wird, umfaßt 9 Stunden.