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Wissenschaftliche Sitzung der Gesellschaft Berlin, den 7. April 1943. Die Phosphatlagerstätten von Nordafrika.

Gloeckner, Fr.

Kurzfassung

Die sedimentären, nicht umgelagerten oolithischen Phosphatlagerstätten von Tunesien, Algerien und frz. Marokko sind mehr oder weniger küstennahe Flachseebildungen zu einem sehr kleinen Teil der späten Kreide, vorwiegend aber des Früheozän. Ihr Gehalt an Ca3 P2O8 ist am höchsten in Küstennähe, sinkt mit zunehmender Entfernung und verarmt schließlich allmählich. Der nutzbare Gehalt liegt in den Oolithen selbst, die sich um feine Trümmer von Kalk oder von Muschelteilchen gebildet haben. Für die Bildung der Phosphate gibt es zur Zeit kein Analogon, keine der bisherigen Untersuchungen des Meeresbodens hat das Auftreten rezenter politischer Phosphate nachweisen können. Der Phosphatgehalt beruht wahrscheinlich auf dem Gehalte an P2O5 der Meeresfauna, die durch uns unbekannte Umstände an der Stelle der heutigen Lagerstätten zusammengeschwemmt wurde, hiervon zeugen die zahlreichen Fischzähne und sonstigen Reste von Seetieren in den Phosphaten, vielleicht auch der geringe Bitumengehalt der Phosphate. Wahrscheinlich haben auch bakteriologische Prozesse mitgespielt, und endlich scheinen die Lagerstätten, die fast durchweg aus mehreren Flözen bestehen, vorübergehende Auftauchungen erfahren zu haben, bei denen zusätzliche Guanobildungen sich einstellten, ohne daß allerdings hierfür ein Beweis vorliegt. Sekundäre Anreicherungen traten durch Auswaschung eines kleineren Teiles des Gehaltes an CaCO3 stellenweise ein.