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Zur Schreibung slawischer Namen

Quitzow, Hans Wilhelm

Kurzfassung

In einem Ausatz ,Über die Schreibung russischer Namen" behandelt K. GRUNDLACH die Systeme der Umschrift des russischen Alphabetes mit den Buchstaben der in den mitell- und westeuropäischen Ländern üblichen Schriften. Für den Gebrauch in Presse, Literatur und Kartenwesen gilt allgemein der Grundsatz, russische Namen so zu schreiben, wie sie gesprochen werden. Da nun in jeder Sprache besondere Schreibregeln herrschen, findet man den einzelnen Ländern eine recht unterschiedliche Schreibweise der russischen Namen. Selbst in ein und derselben Umschrift kommen Abweichungen vor, die sich aus verschiedener Auslegung des russischen Schriftbildes ergeben. So findet man bei uns z. B. den Stadtnamen Orel auch Orjol geschrieben. Demgegenüber ist in der Slawistik und im Bibliothekenwesen eine dem Tschechischen und Kroatischen entsprechende Schreibweise üblich, welche für jeden russischen Buchstaben ganz eindeutig ein einfaches, ebenfalls der lateinischen Schrift entnommenes Zeichen verwendet. Bei den in den mittel- und westeuropäischen Sprachen durch Buchstabenzusammensetzungen wiedergegeben Zischlauten (sch, tsch, usw.) verwendet die Slawistik zusätzliche Zeichen (Häkchen) zu einigen Grundbuchstaben (s, c). In der Tabelle S. 274 sind die verschiedenen Schreibweisen einander gegenübergestellt. GRUNDLACH kommt nun zu der Schlußfolgerung, im deutschen Schrifttum konsequent die übliche deutsche Umschriftweise zu verwenden, außer beim Zitieren russischer Bücher, wo die slawistische Umschrift nicht zu umgehen ist. Ich möchte demgegenüber auf zahlreiche Mängel hinweisen, die sich im wissenschaftlichen Schrifttum bei der Anwendung der deutschen und der übrigen europäischen Umschriften ergeben, und ebenso viele Vorteile bei der ausschließlichen Anweldung der slawistischen Schreibweise herausstellen.