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Das Oberdevon südlich des Peipus-Sees

Bölau, E.

Kurzfassung

Einleitung Die Erforschung des Devons der osteuropäischen Tafel kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Vergegenwärtigt man sich die Irrwege, die mehrmals gegangen worden sind, so wird als deren Ursache Zweierlei feststellbar sein: einmal die uneinheitliche petrographische Beschaffenheit der Ablagerungen, die von kontinental-lagunären Sandsteinen bis zu marinen Karbonatgesteinen vertreten sind, dann aber vor allem das Vorhandensein einer Fauna, die diesen rasch wechselnden Lebensbedingungen durch die Aufteilung der Arten in zahllose Varietäten und Übergangsformen angepaßt war. Die Möglichkeit zu Irrtümern lag bei mangelhafter Beachtung dieser Tatsachen auf der Hand. In neuerer Zeit ist die Oberdevongliederung des Hauptdevonfeldes Nordosteuropas, deren Gültigkeit besonders durch die Arbeiten HECKER'S und OBRUTSCHEVS (1935, 1937) gesichert schien, von BIELENSTEIN (1938) auf Grund stratigraphischer Untersuchungen in Nordostlettgallen bestritten worden. Die weitgehenden Resultate BIELENSTEINS, auf die zudem bereits in der geologischen Literatur und in Lehrbüchern hingewiesen worden ist (GROSS 1940, v. BUBNOFF 1941) berechtigen eine Untersuchung der Streitfrage. Ich komme also gern einem Vorschlage von Dr. W. GROSS (Berlin) nach und versuche eine kurze Erörterung des Problems, wie es sich auf Grund der Stratigraphie des angrenzenden Devongebietes südwestlich des Peipussees darstellt, ein Gebiet, das - wie sich unten herausstellen wird - dazu berufen erscheint, den richtigen Sachverhalt zu klären. Herrn Dr. W. GROSS danke ich für die freundliche Durchsicht der Arbeit. Sie bringt bestimmte Ergebnisse aus einem zum Druck eingereichten größeren Manuskript über das Oberdevon dieses Gebietes, das in der Serie der Veröffentlichungen der Dorpater Universität erscheinen soll.