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Die Natur der Diluvialablagerungen im Raume von Rylsk (Gouv. Kursk)

Hauser, L.

Kurzfassung

Zusammenfassung und Rückblick. Aus dem Studium der geologischen Verhältnisse im Raume Ischutino-Rylsk ergibt sich demnach, daß die maximale Vergletscherung mindestens bis an den Sejm reichte. Die Schnitte durch den Geschiebehorizont dieses Gebietes stimmen völlig mit jenen durch die Moränen im Raume von Gluchoff-Tschernigow überein. Dort wie da, liegt abgesehen von der örtlich verschieden weit vorgeschrittenen Veränderung des Bildes der Moräne infolge der Durch und Umschwemmung, eine sandig-lehmige Ablagerung mit Geschieben vor. Vom Raume Rylsk liegt keine derart detaillierte Bearbeitung wie vom Gebiet Gluchoff-Tschernigow vor. Am ausführlichsten berichtet über das Gebiet von Rylsk ARCHANGELSKI. AUS seiner Bemerkung: ,Im Rylsker Kreis sind die Owragi stark bewaldet, und es sind nur wenige günstige Aufschlüsse zufinden", ist zu ersehen, daß auch er die in der vorliegenden Arbeit beschriebenen Owragi kaum besucht haben kann. Auf diese Umstände wird es wohl in erster Linie zurückzuführen sein, daß in der russischen Literatur im engeren Territorium von Rylsk nur von fluvioglazialen Ablagerungen gesprochen und auch die Möglichkeit des Vorliegens einer Moräne nicht einmal diskutiert wird. Nur unmittelbar südlich der Stadt Rylsk scheinen Spuren der Vergletscherung tatsächlich zu fehlen. Man beobachtet bei der Begehung von Ischutino gegen Rylsk, daß in den Owragi gegen Norden hin der Geschiebereichtum deutlich abnimmt. Ferner scheint in diesem Bereich (so bei Popowka) der Horizont der tertiären Sande in besserer Ausbildung erhalten zu sein. Ich halte es für möglich, daß das örtlich beschränkte Fehlen der Vereisung mit dem in dieser Richtung erfolgenden Heraussteigen der Kreideschichten in Zusammenhang stehen könnte. Die Kreideschichten müßten als Hemmnis den vorrückenden Gletscher zum Ausweichen nach Norden und Süden gezwungen haben. Nichts spricht dagegen, daß der Gletscher im Norden noch den Stadtrand von Rylsk erreichte. Die DANJSCHIN rätselhaft erscheinende Ablagerung bei Joano Gorodische fände dadurch eine natürliche Erklärung. ...