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Die Berücksichtigung landwirtschaftlicher Kultivierungstätigkeit bei der geologischen Kartierung

Keller, Gerhard

Kurzfassung

Es ist nach den Aufnahmen des R. f. B. seit einer Reihe von Jahren üblich geworden, einen Teil der auf die raumgestaltende Tätigkeit des Menschen zurückgehenden Veränderungen in der Landschaft auf den geologischen Karten 1:25 000 darzustellen. Diese Wiedergabe berücksichtigt besonders Anschüttungen und Halden, wie sie z. B. in Industriegebieten entstehen und, wenn nicht neue Verwendungsmethoden als Versatz in den Grubenbauen entwickelt werden, auch als künftiger Bestandteil in der Landschaft zu werten sind. Im Gelände weniger merkbar sind darüber hinaus vom Menschen meist in den letzten Jahrhunderten Kultivierungsmaßnahmen durchgeführt worden, die nicht nur das Kartenbild ändern, sondern auch in die geologische Problematik der Lagerungsverhältnisse und ihrer historischen Deutung eindringen. An Beispielen in Westfalen und im Emsland soll im folgenden auf besonders auffällige Veränderungen wie auf die Umgestaltung von Talauen der Gewässer, wie auf den Abtrag und die Auffüllung des Geländes zur landwirtschaftlichen Nutzung und auf die Aufhöhung durch Plaggendüngung eingegangen werden.