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Oekologie und Erdgeschichte

Schmidt, Hermann

Kurzfassung

Die Oekologie ist über ihren bisherigen Raum in Botanik und Zoologie hinausgewachsen. Ihr Gegenstand, das Leben belebter Räume in seinen Zusammenhängen, ist in seiner räumlichen und zeitlichen Einmaligkeit ein bevorzugter Gegenstand der Erdgeschichte. Diese benötigt eine aktualistische Arbeitsweise, kann damit aber nur Vergleiche beitragen, niemals eine erschöpfende Erklärung geben. Alle Biotope haben als Organismen höherer Ordnung ihren Stoffwechsel, sie nehmen Bestandteile auf und scheiden andere aus - welche dann als Sedimente der Beurteilung des Geologen vorliegen. Die Leitfossilien sind in oekologischem Sinne Vertreter von verbreiteten Biocoenosen einer bestimmten Zeit. Zwar findet man nur die Taphocoenosen, welche das nicht Erhaltungsfähige vermissen lassen und in anderen Gliedern über den engeren Lebensraum hinausgreifen können, aber bei kritischer Verwertung ergeben sie hinreichendes Material für die Beurteilung der Lebensräume. Wenn nicht der engere, sondern ein weiterer Lebensraum dabei abgebildet wird, sind das Bedingungen, die wir nach heutigen Vorgängen durchaus beurteilen können. Auch in der Gegenwart werden die kleineren Biotope vielfach von größeren überfärbt (Vorherrschaftsregel). ...