Original paper

Wissenschaftliche Sitzungen der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft Wien, den 10. März 1944. Landschaftsschutz und Landschaftsgestaltung.

Ebers, Edith

Kurzfassung

Das Thema wurde besonders vom Standpunkte des Geologen aus betrachtet. Nach einer Vorbemerkung über Naturdenkmale und Vorweisung einiger Bilder von noch wenig bekannten geologischen Naturdenkmalen (Gletschergarten an der Deutschen Alpenstraße, Strandbildungen) wurde an einigen Bildern der Unterschied zwischen Ur- oder Naturlandschaft, Kulturlandschaft und Industrielandschaft sowie der Zivilisationswohnsteppe dargelegt. Daraus ergab sich, daß der Landschaftsschutz nicht nur einzelne Naturdenkmale oder Landschaftsausschnitte erfassen, sondern um die Erhaltung des ,Harmonischen Landschaftsbildes" besorgt sein muß. Dies erfordert Landschaftsgestaltungsmaßnahmen bei allen Eingriffen des Menschen in die Landschaft, baulichen und technischen. Die Mitwirkung des Geologen hierbei betrifft vor allem die Betreuung der Natur als eines Ganzen, d. h. aller naturgegebenen Zusammenhänge, die dem anders eingestellten Ingenieur nicht immer ohne weiteres zugänglich sind. Außerdem obliegt ihm die Beschaffung bodenständiger Baustoffe und das Eintreten für die Erhaltung des natürlichen Formenbildes. An einer Anzahl von Bildern aus Großdeutschland und anderen europäischen Ländern wurden Beispiel und Gegenbeispiel erläutert und dabei besonders auch herausgegriffen Bodenerosion und Versteppung, handwerks- und traditionsgebundene Mauerung, Wiedereingliederung von Aussetz massen, Aufräumung von Großbaustellen, Ausgestaltung von Böschungen und Felsanschnitten und derartiges mehr.