Original paper

Grundsatz und Praxis in der geologischen Zeitrechnung

Schwinner, Robert

Kurzfassung

Die Wege, auf denen die Naturforschung ihr Ziel zu erreichen versucht hat, haben manchmal recht eigenartige Krümmungen eingeschlagen, und davon ist in Gedankengang und Sprache manches Krumme hängengeblieben, das später als Schönheitsfehler, unter Umständen sogar als Hindernis empfunden wird. So sind unsere Formationen und Epochen zu einer Zeit umgrenzt und benannt worden, in der die Geologen von dem Inhalt dieser Ordnungsbegriffe recht wenig wußten. Nur dem Glück, daß nämlich zwischen den Erscheinungen, auf welche die Gliederungen gegründet wurden, und den eigentlichen Grundlagen geologischen Geschehens gewisse Bindungen bestehen (vgl. S. 218), ist zu danken, daß die damalige Wahl von Abschnitten, und Bezeichnungen nicht ungeschickter ausgefallen ist. Es ist daher zu begrüßen, wenn die daraus sich ergebenden theoretischen Fragestellungen von Grund auf im geologischen Schrifttum erörtert werden. Wir danken BEURLEN (2) neben früheren Anregungen eine neuestens erschienene klare und ausführliche Besprechung dieser Probleme. Es sei hier gestattet, diese Fragen von einem anderen Standpunkt her zu beleuchten, einem Standpunkt, welcher von keinem der an diesen Besprechungen Beteiligten bisher eingenommen worden ist.