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Wissenschaftliche Sitzung der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft - Wien, den 26. Mai 1944. Einige neuere Probleme der Funkgeologie und ihre Bedeutung für die praktische Geologie. (Unter besonderer Berücksichtigung der in den öste

Fritsch, Volker

Kurzfassung

Die Funkgeologie ist bekanntlich ein Grenzgebiet zwischen allgemeiner Geophysik, Geologie und Funkphysik. Für die geologische Praxis ist insbesondere die Funkmutung wichtig. Diese hat die Aufgabe, die Existenz von Lagerstätten und tektonischen Störungen usw. durch hochfrequenztechnische Verfahren zu ermitteln. Da die Voraussetzungen für die Anwendung hochfrequenztechnischer Verfahren wesentlich komplizierter sind als jene, die man bei der Durchführung von Gleichstrommessungen oder niederfrequenten Wechselstrommessungen berücksichtigen muß, so ist es verständlich, daß die Entwicklung dieser Wissenschaft nicht so rasch fortschreiten konnte wie die anderer einfacherer Teilgebiete der Geophysik. Die Entwicklung der Funkgeologie ist insbesondere auch durch den Stand der funkphysikalischen Apparatetechnik bestimmt. Man weist mitunter darauf hin, daß selbst in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg schon funkgeologische Verfahren zur Anwendung gelangten. Diese Untersuchungen können aber meist überhaupt keine Basis für die heutigen Verfahren bieten. Sie stammen ja aus einer Zeit, in der die Funkphysik nur verhältnismäßig grobe Meßverfahren entwickelt hatte, die jedenfalls für die Geophysik nicht ausreichen konnten.