Obituary

- Nekrolog - Prof. Dr. Wilhelm Erich Schmidt, Regierungsgeologe am Reichsamt für Bodenforschung

anonymos

Kurzfassung

W. E. SCHMIDT war am 24.2.1882 in Bromberg geboren, erwarb 1901 in Berlin das Reifezeugnis und studierte dort und in München. Nach Ableistung seines Militärdienstes als Einjährig-Freiwilliger trat er 1906 in die Preußische Geologische Landesanstalt ein. Im ersten Weltkrieg kämpfte er von Beginn an als Infanterist; nach einer schweren Unterschenkelverwundung wurde er 1916 aus dem Heeresdienst entlassen. Die wissenschaftliche Lebensarbeit von W. E. SCHMIDT ist aufs engste verknüpft mit dem Paläozoikum des Sauerlandes. In jahrzehntelanger gründlicher Kartierungsarbeit hat er diesem schwer zu durchschauendem und problemreichen Gebiet vielfältige Erkenntnisse abgerungen und sie weitgehend und verständnisvoll der Praxis nutzbar gemacht. Auf dem stratigraphisch-faunenkundlichen Gebiet und in der Klärung von Entstehung und Schicksal schwer zu deutender Schichtfolgen und ihrer einzelnen Glieder - wir verdanken ihm z. B. die Aufhellung der Bildungsgeschichte der Meggener Lagerstätte - hat er hier die erdgeschichtliche Forschung grundlegend gefördert. Aus dem Fragenkreis seines Kartierungsgebietes erwuchs auch seine verdienstreiche paläontologische Arbeit: die Untersuchung der paläozoischen Crinoiden. Vor allem die Crinoiden des deutschen Devon und des deutschen Unterkarbon, die allen Ordnungsversuchen bisher besondere Schwierigkeiten bereitet hatten, haben durch ihn eine umfassende und grundsätzliche monographische Bearbeitung und Revision erfahren.