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Betrachtungen zum Werden des europäischen Kontinentes (mit besonderer Berücksichtigung der Mittelmeer-Mjösen-Zone)

Stille, Hans

Kurzfassung

1. Ost-, Mittel- und Westsaxonien; Ost- (Mittel-) und Westneoeuropa In einem für die ,NORBERT-KREBS-Festschrift" eingereichten, bisher aber noch nicht erschienenen Aufsatze befaßte ich mich u. a. mit der Frage der Abgrenzung und tektonischen Gliederung Saxoniens, d. h. derjenigen überwiegend meso-, doch z. T. auch paläo-, ja ureuropäischen Vorlandsräume des alpidischen Europas, die in noch etwas beträchtlicherer Weise von der jungen germanotypen (saxonischen) Gebirgsbildung betroffen worden sind. Dem Aufsatze war das in Abb. 1 reproduzierte Bild beigefügt. Es zeigt die Einteilung Saxoniens, wie ich sie seit Jahren meinen Vorlesungen über die Tektonik Mitteleuropas zugrunde lege, in einen Ost-, einen Mittel- und einen Westteil. Dabei umfassen ,Ost"- und ,West"saxonien solche Gebiete, in denen die Tektonik von herzynisch gerichteten Elementen beherrscht ist, während unter ,Mittel"saxonien (,Rheno-Saxonien") jene vom Mittelmeer bis Jütland sich erstreckende relativ schmale Zone zu verstehen ist, auf die sich die rheinisch gerichteten Strukturelemente der saxonischen Tektonik fast ganz konzentrieren, ohne daß es hier an andersgerichteten Dislokationen, besonders herzynischen, fehlt. Zwischen Mittel- und Ostsaxonien bleibt in Süddeutschland ein ,Toter Winkel" ausgespart. Die Einzelheiten mögen demnächst in dem erwähnten Aufsatz der KREBS-Festschrift nachgelesen werden.