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Leitpollen der untermiozänen und oberoligozänen Braunkohle und ihre systematische Stellung

Thiergart, Friedrich

Kurzfassung

Den Ausdruck ,Leitpollen" kann man in der Pollenanalyse nicht mit der gleichen Schärfe definieren, wie man es sonst von anderen Leitfossilien gewohnt ist. Wohl sind gewisse Formen für bestimmte Zeitabschnitte typisch, doch bemüht sich die Pollenanalyse um feinstratigraphische Ziele, und hier müssen fast ausnahmslos ganze Florengemeinschaften und deren Wechsel herangezogen werden, will man zu brauchbaren Resultaten kommen. So ist für einen ganz bestimmten Teil des Lausitzer Unterflözes ein Anschwellen des Sciadopitys-Pollengehalts in Verbindung mit höheren Prozentsätzen von Castanopsis-Pollentypen typisch, das sich in jeder Bohrung dieser Gegend aus der zahlreichen übrigen Pollengemeinschaft herausschälen läßt und darüber hinaus auch jenseits der Oder, ja sogar im Rheinland sicher nachzuweisen ist. Sowohl der Castanopsis-Typus wie der Sciadopitys-Pollen fehlen sowohl über wie unter dieser Schicht nicht. Nach unten endigt der letztgenannte ebenfalls wieder in Verbindung mit einer für diese Zone typischen Florengemeinschaft. Die Zone ist zwar in der rheinischen Braunkohle, nicht aber in der geringer mächtigen Lausitzer ausgebildet, da das Liegende der entsprechenden Lausitzer Braunkohle noch im oberen Drittel der rheinischen zu suchen ist.