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Zur tektonischen Analyse der Münchberger Gneismasse

Schüller, Arno

Kurzfassung

I. Die Tektonik der Gneismasse und die bisherigen Unterlagen 1. Die tektonischen Theorien Seit C. W. GÜMBEL (1861) die ,Fremdheit" der Münchberger Gneise und ihren tektonischen Kontakt gegen die umgebenden Schiefer erkannt hatte, haben sich fast alle tektonisch gerichteten Forscher des deutschen Sprachbereiches in den folgenden Jahrzehnten in Bemerkungen und Aufsätzen über das ,Problem der Münchberger Gneismasse" geäußert. Es lassen sich (vgl. auch IBACH 1939, S. 147) die verschiedenen Vorstellungen in zwei Gruppen zusammenfassen. 1. Die Mehrzahl der Bearbeiter, die im Gelände selbst Tatbestände gesammelt haben, kommt (scheinbar mittels petrographischer Methoden) zu dem Ergebnis, daß die Münchberger Masse ein Granit- oder Gneis-Lakkolith mit einem Kontakthof aus Sedimentgesteinen sei, der an randlichen Überschiebungen untergeordnet verschiefert wird. Es ist aber in diesen Arbeiten weder ein klares Bild von den untersuchten Gesteinstypen noch eine ausreichende petrographische Unterlage für eine derartige genetische Deutung zu finden. Nur in der Arbeit von E. DÜLL (1902) werden petrographische Einzelbeobachtungen mitgeteilt, die auch heute noch ihren vollen Wert behalten haben. Aber seine genetischen Deutungen, die unter dem geistigen Einfluß der Arbeiten von NAUMANN und WEINSCHENK entstanden, sind mit unseren modernen petrographischen Erfahrungen nicht mehr zu vereinbaren. 2. Eine zweite Gruppe von Forschern betrachtet die ,Fremdheit" der Münchberger Masse als tektonisch verursacht und mißt den Überschiebungen und Vörschuppungen des Randes entscheidende Beweiskraft bei. ...