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Das Oberflächenbild des Salzdoms von Segeberg in Holstein

Teichmüller, Rolf

Kurzfassung

Einleitung a) Zur Verformung der Salze Ein Steinsalzkristall läßt sich schon bei Zimmertemperatur ein wenig biegen, stauchen und verdrillen. Leichter vollziehen sich die Deformationen, wenn der Kristall dabei in eine Lösung taucht, da hierbei die Zerreißfestigkeit des Kristalls wesentlich wächst (JOFFÉ-Effekt). Ferner erleichtert jede Temperaturerhöhung die Deformation. Entscheidend für die Deformierbarkeit von Steinsalz ist die große Zahl seiner Translationsflächen sowie seine Fähigkeit, schon bei niedriger Temperatur zu rekristallisieren. So stellte HENTSCHEL an Hand von Röntgenaufnahmen fest, daß Steinsalz bereits bei einer Temperatur von weit unter 300° C zu rekristallisieren beginnt (wesentlich schneller vollziehen sich allerdings die Rekristallisationen bei Temperaturen über 300° C). - Salzgemenge fangen nach den Beobachtungen von STÖCKE und BORCHERT schon bei einem Druck von rund 100 kg/cm2 an, sich überwiegend plastisch zu verformen. Auch hierbei sind Translationen, Rekristallisationen und - bei Gegenwart von Laugen - auch der JOFFÉ-Effekt von ausschlaggebender Bedeutung. Die permischen Steinsalzlager des norddeutschen Flachlandes sind wahrscheinlich niemals höheren Temperaturen als 150° C ausgesetzt gewesen. Die Rekristallisation, die allein die fortdauernde Translation ermöglicht, konnte sich hier somit nur verhältnismäßig langsam vollziehen. Wenn aber lange Zeiträume dafür zur Verfügung standen, konnten sich die geringfügigen Deformationen zu großartigen Fließvorgängen summieren.