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Zur Frage der Entstehung der oberschlesisch-polnischen Blei-Zinkerz-Lagerstätten

Assmann, Paul

Kurzfassung

Zusammenfassung Es wurde eine knappe Darstellung sämtlicher oberschlesisch-westpolnischer fidischer Eisen-, Bei- und Zinkerz-Lagerstätten gegeben, soweit Unterlagen dafür vorhanden waren. Die sulfidischen Erzlagerstätten liegen im Unteren und Mittleren Muschelkalk nur vereinzelt noch in den obersten Rötschichten und im Oberen Muschelkalk. Die im Steinkohlengebirge Oberschlesiens vorkommenden Blei-Zinkerz-Gänge gehören nicht zur Metallprovinz der oberschlesischen Triaserze. Nennenswerte Erzlager wurden nur dort gebildet, wo der Muschelkalk zutage ansteht, jedenfalls keine mesozoischen Deckschichten mehr trägt. Sind diese über dem Muschelkalk entwickelt, so trifft man fast stets in ihm nur ganz unbedeutende Erzmengen oder Erzspuren an. Der erzführende Dolomit, dessen Bildung mit der Vererzung aufs engste verknüpft ist, läßt sich dagegen oft noch viele Kilometer im Liegenden der triassischen Deckschichten des Muschelkalks verfolgen. Die Vererzung mit Sulfiden erfolgte durch deszendente Erzlösungen. Ihr Muttergestein waren vermutlich die tonigen Schichten des Oberen Muschelkalks und des Keupers, vielleicht auch noch jüngere Ablagerungen, die früher im oberschlesischen Erzgebiet über den kalkig-dolomitischen Schichten lagerten. Diese Deckschichten haben indessen nur als die Zwischenwirte für die Erze zu gelten, deren eigentliches Heimatgebiet vermutlich die westlichen Sudeten und die Präkarpaten waren. Die Entstehung der Lagerstätten hängt eng mit den tektonischen Faltungsvorgängen zusammen, die in postkretazeischer Zeit, vermutlich im Alttertiär, stattgefunden haben. Hierbei wurde die Haupterzlage zuerst, die jüngeren Erzlagen entsprechend später gebildet. Die oxydischen Erze sind bald nach dem Absatz der Sulfide entstanden. Ihre Weiter- und Umbildung wurde zunächst bis zum Beginn des Mittelmiozäns fortgesetzt, dann aber bis zum Pliozän unterbrochen, im Quartär dagegen wieder aufgenommen.