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Geologische Untersuchungen am Nordwestrand des Zips-Gömörer Erzgebirges (Karpaten)

Schönenberg, Reinhard

Kurzfassung

Zusammenfassung Untersucht werden zunächst Altersverhältnisse und Tektonik der metamorphen und fossilleeren Föderata-Serie, die westlich von Dobschau auf dem Vepor-Kristallin liegt und nach Osten unter das Paläozoikum des Zips-Gömörer Erzgebirges, nach Norden unter die Trias der Zipser Nördlichen Kalkzone abtaucht. Stratigraphische Vergleiche mit dem Mesozoikum der äußeren Zonen des Vepor-Gebirges führen zu dem Ergebnis, daß die Föderata-Serie eine mesozoische Schichtfolge ist, die aus untertriadischen Quarziten, Wertener Schichten, mitteltriadischen dunklen Dolomiten, jurassischen rosafarbenen Kalken und dunklen Tonschiefern und Hornsteinkalken von wahrscheinlich unterkretazischem Alter besteht. Sie bildet die bodenständige Sedimenthülle einer kristallinen Schwellenregion, der Tisovec-Zone, die im Mesozoikum die Graniden-Geosynklinale im Nordwesten von dem Gemeriden-Becken im Südosten trennte (Tafel 1). Das Föderata-Mesozoikum wurde von den großen subtatrischen Abscherungsbewegungen der Oberkreidezeit erfaßt und dabei wurden ihre aus Kalken bestehenden höheren Teile von der basalen Quarzit-Serie abgelöst und nach Norden verschoben. Die Föderata-Serie des oberen Dobschbachpals ist ein zurückgebliebener Rest dieser Schubmassen. Die Föderata-Serie liegt im oberen Dobschbach-Tal in einem Halbfenster unter dem Hochofen-Karbon, das zur Dobschauer Decke gehört (Abb. 15). Diese wurde im Rahmen der subtatrischen Gebirgsbildung aus der Zipser Zone nach Nordwesten auf die Föderata-Serie geschoben. Die jüngeren Serien - Perm und Trias -, die einst das Hangende des Hochofen-Karbons gebildet hatten, lösten sich vom Karbon ab und verschoben sich ebenfalls auf die Föderata-Serie. Eine weitere Abscherung erfolgte zwischen Perm und Trias (Abb. 17). - Das Perm keilt im Schlosser-Hannes-Grund mit dem Schwarzenberg-Verrukano nach Westen aus, die abgescherte Trias aber legt sich als Muranj-Einheit um den ganzen Nordwestrand der Zipser Zone. Im Südwesten hat sich die Muranj-Einheit bis auf die Westseite des Tresnik-Massivs verschoben, am Besnik zieht sie über das nach Norden abtauchende Massiv hinweg nach Nordosten (Abb. 16 a). ...