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Die geologischen Verhältnisse des Branisko-Gebirges und der Cierna horá (Karpaten)

Rösing, Franz

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 99 (1949), p. 8 - 39

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published: May 1, 1949

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ArtNo. ESP171009900001, Price: 16.00 €

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Kurzfassung

Branisko und Čierna horá bilden in den zentralen Westkarpaten das östlichste Massiv, in dem die Großeinheiten der Tatriden, Graniden und Gemeriden neben- und übereinander aufgeschlossen sind. Die Untersuchung der kristallinen Kerne und ihrer autochthonen und parautochthonen Sedimentbedeckung ergibt deren Zugehörigkeit zu den Tatriden. Im einzelnen gehört der kristalline Patria-Sattel mit seinen jungpaläozoischen und untertriadischen Sedimenten dem Hochtatrikum an, während der kristalline Slubica-Sattel samt seiner autochthonen und parautochthonen Sedimentbedeckung, der durch die Harakovce-Mulde von Patria-Kern getrennt ist, der Dumbier-Zone entspricht. Die Harakovce-Mulde bildete schon seit dem Paläozoikum eine Senke zwischen dem hochtatrischen Patria-Kern und dem zur Dumbier-Zone gehörenden Slubica-Kern. In den tatridischen Senken sind granidische und gemeridische Deckenreste erhalten geblieben, die im Rahmen der großen subtatrischen Bewegungen von Süden über den Bereich der Tatriden gewandert sind. Die Dumbier-Zone setzt sich auch nach Südosten in dem kristallinen Čierna horá-Sattel und der nördlich anschließenden Hrabko-Mulde fort. Die Graniden werden durch die Križna- und die Poludnica-Decke vertreten. Die Križna-Decke Hegt in der Harakovce- und Hrabko-Mulde über Schichten der Dumbier-Zone. Über die Hauptdecke legt sich in der Hrabko-Mulde als ein weiteres Element der Križna-Decke die Teildecke von Hrabko. Auf den hochtatrischen Sedimenten der Lačnov-Mulde liegt ein Komplex mitteltriadischer Dolomite, die als Vertretung der Poludnica-Decke aufgefaßt werden. Als gemeridisch wird in der Harakovce-Mulde die auf der Križna-Decke liegende und sich aus oberkarbonischen und permischen Schichten zusammensetzende Branisko-Decke gedeutet, die petrographisch mit dem bereits bekannten Oberkarbon und Perm des gemeridischen Deckgebirges südlich des Branisko bei Kotterbach, Kaschau und z. T. bei Dobschau übereinstimmt. Das Grundgebirge der Zipser Zone taucht zwischen Zakarovce und Slovinky unter das Deckgebirge nach Norden und reicht vermutlich bis zum Hrišovce-Sprung. Nach den eigentlichen gegen Norden gerichteten Deckenschüben ist es noch vor dem Paläogen zu neuerlichen Bewegungen gekommen, die vielfach zu komplizierten südvergenten Verschuppungen geführt haben. In tertiärer Zeit, wahrscheinlich in der jüngeren steirischen Phase, hat der Branisko durch große, etwa nord-südstreichende Bruchsysteme seine heutige Kontur erhalten.

Keywords

Branisko-GebirgeČierna horáKarpatenCarpathiansgeology