Original paper

Eine Meerschildkröte aus dem nordwestdeutschen Untereozän

Staesche, K.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 99 (1949), p. 78 - 95

27 references

published: May 1, 1949

BibTeX file

ArtNo. ESP171009900003, Price: 16.00 €

Download preview PDF Buy as PDF

Kurzfassung

Während die deutschen Tertiärablagerungen Land- und Sumpfschildkröten in großer Zahl geliefert haben, gehören Reste meerbewohnender Schildkröten zu den größten Seltenheiten. Die bis dahin bekannten, recht fragmentarischen Funde hat DAMES 1894 zusammengestellt; er führt folgende Formen an: Psephophorus sp. (Knochenplatten-Fragmente) aus dem Unteroligozän des Samlandes. Chelyopsis holsaticus DAMES (Xiphiplastra, Halswirbel, Fragmente des Extremitätenskeletts) aus dem Mitteloligozän von Itzehoe, Pseudosphargis ingens VON KOENEN sp. (Schädelfragment) aus dem Oberoligozän des Dobergs bei Bünde, Cheloniide indet. (Peripheralplatte) aus dem Miozän von Dingden, Psephophorus n. sp. indet. (2 Knochenplatten und 4 Extremitätenknochen) aus dem Miozän von Langenfelde bei Altona. Seitdem ist nur ein ziemlich vollständiges Exemplar einer Meerschildkröte aus dem Mitteloligozän von Flörsheim a. M. hinzugekommen, das von WEGNER 1917 als Chelonia gwinneri beschrieben wurde. Nachrichten über das Vorkommen von Schildkröten im voroligozänen marinen Tertiär Norddeutschlands fehlten bis vor kurzem gänzlich. Da die entsprechenden Schichten in England und Belgien keineswegs frei von Schildkröten sind, war von vornherein anzunehmen, daß ihr Fehlen in Norddeutschland nur ein scheinbares ist, bedingt durch die spärlichen Aufschlüsse in diesen größtenteils unter einer mächtigen Decke jüngerer Sedimente begrabenen Schichten. In der Tat erwähnt neuerdings GRIPP in seiner Arbeit über Geologie und Lagerstätten der Tertiärformation im Wirtschaftsgebiet Niedersachsen (1940, S. 13) das Vorkommen von Schildkrötenresten im Londonton der Gegend von Hemmoor, die sich, wie er mir freundlichst mitteilt, im Besitz des Geologischen Staatsinstitutes Hamburg befinden. Da es sich hierbei um die ersten und zur Zeit einzigen Stücke aus dem norddeutschen Londonton handelt, kann ihre genauere Untersuchung und, wenn möglich, Bestimmung ein gewisses Interesse beanspruchen. Das Material wurde mir daher vom Geologischen Staatsinstitut Hamburg zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt, wofür hiermit bestens gedankt sei.

Keywords

MeerschildkröteUntereozänNordwestdeutschlandsea turtleGermanyEocene