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Die Anwendbarkeit der hydrogeologischen Markierungsmittel zur Untersuchung der Beziehungen zwischen Grundwasser und oberirdischem Wasser - Allgemeine Gesichtspunkte -

Käss, W.

Kurzfassung

Einleitung Zur Markierung von unterirdischen Wässern wird seit fast hundert Jahren Uranin verwendet. Es ist bis heute das bewährteste Mittel geblieben. Nur in einigen Sonderfällen ist es zweckmäßig, auf andere Markierungsstoffe zurückzugreifen. Nachstehend eine Aufstellung über die erprobten Stoffe: a) Lösliche Stoffe; Farbstoffe (Uranin, Eosin, Rhodamine); Salze (Steinsalz, Kalisalz, Lithiumchlorid); Aktive Isotope; Inaktive Isotope zur Aktivierungsanalyse; Schaumstoffe; Geruchsstoffe; b) Triftstoffe Bärlappsporen Bakterien. Von den löslichen Stoffen hat sich, vor allem bei den Farbstoffen, das Uranin bewährt. Steinsalz wird hin und wieder als zweiter Markierungsstoff eingesetzt. Aktive Isotope haben besondere Vorteile, wenn man Wert auf selbständige Aufzeichnung legt. Inaktive Isotope, die erst nach dem Versuch aktiviert werden, dürften in Zukunft eine breitere Anwendung finden als seither. Schaum- und Geruchsstoffe scheinen sich nicht durchzusetzen. Die Triftstoffe, die bislang nur im Karst Verwendung fanden, haben eigene Anwendungsmöglichkeiten. Die Bärlappsporen können verschiedenartig gefärbt an mehreren Stellen gleichständig aus dem Aalbach versickert und dem Brunnen 5 zufließt. Der Anteil von Bachwasser im Brunnen 5 ist 0,37/40,4 x 100 = 0,92%. Eine Ableitung der Fließgeschwindigkeit ist schwierig, da das zuströmende Bachwasser vermutlich nicht den kürzesten Weg vom Aalbach zum Brunnen 5, das sind 50 m, eingeschlagen hat. Offenbar floß gefärbtes Wasser auf verschiedenen Wegen im Untergrund. Anders sind die doch beträchtlichen Schwankungen in der Farbgangkurve nicht erklärbar. Am 29. Dezember ist die Farbgangkurve wieder auf etwa denjenigen Wert abgesunken, der dem 50%igen Ausbringen entspricht. Unter Verwendung dieser Zeitdauer von 15 Tagen und der Voraussetzung, daß das Sickerwasser den kürzesten Weg zum Brunnen zurückgelegt hat, erhält man eine mittlere Fließgeschwindigkeit von rd. 4 m je Tag. Die Geschwindigkeit, mit der die ersten Farbspuren gewandert sind, ist jedoch wesentlich größer; sie beträgt 0,9 m/Std. oder rd. 22 m je Tag.