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Sickerwasser-Beschaffenheit in verschiedenen naturbelassenen Böden

Höll, Karl

Kurzfassung

Die Erfassung und Untersuchung von Sickerwasser ist erst vor wenigen Jahren durch eine sinnreiche Konstruktion von Lysimetern möglich geworden. Der Begriff des Lysimeters ist noch nicht genau definiert und umfaßt bislang die verschiedenartigsten Vorrichtungen zur landwirtschaftlichen Boden- und Düngemittelforschung, zumeist in Betonkästen, die mit Sand befüllt und mit Versuchspflanzen sowie mit Düngemitteln beschickt werden. Die Lysimeter bestanden aus Betonkästen von einer Fläche 2 x 2 m und 3,5 m Tiefe, die künstlich befüllt wurden. Bei den bisherigen Lysimeter-Anlagen lag kein natürlicher Boden vor, der aber für unsere Arbeitsrichtung von großer Bedeutung ist. Versickerungsbecken für die Groß-Wasserversorgung werden ebenfalls als Lysimeter bezeichnet. Die Lysimeter-Forschungen von C. R. BAIER (1955) bei den Dortmunder Stadtwerken haben wertvolle Aufschlüsse über die Sandfiltration von Ruhrwasser erbracht. Von der Bundesanstalt für Vegetationsforschung wurden seit 1956 im Raum Stolzenau die in unveränderte gewachsene Böden natürlicher Pflanzengesellschaften eingebrachten Lysimeter nach W. FRIEDRICH und H. FRANZEN (1960) in der Ausführung von R. TÜXEN zur mengenmäßigen Abflußmessung im Rahmen wasserwirtschaftlicher Forschung verwendet. Es sind dies oben und unten offene Beton-Zylinder von 1 m Durchmesser, die nach dem Eindrücken in den Boden in 2 m Bodentiefe nach Abgraben von der Seite her mit einer Bodenplatte und Ablaufrohr verschlossen werden. Die Vegetation und die natürliche biogene Bodenschicht bleiben dabei vollkommen unverändert. Das in 2 m Bodentiefe ablaufende Sickerwasser ist ein Mittelding zwischen Niederschlagswasser und Grundwasser, auch chemisch gesehen. Da über die Beschaffenheit der Sickerwässer nichts bekannt war, fiel mir die Aufgabe zu, bei den 20 im nordwestdeutschen Raum eingebauten Lysimetern der Bundesanstalt für Vegetationsforschung bzw. der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Lysimeter-Abläufe systematisch in verschiedenen Witterungsperioden chemisch zu untersuchen. Hierüber wurden bereits einige Ergebnisse mitgeteilt (HÖLL 1964).